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Larventherapie

Was versteht man unter Larventherapie?

Mit dem Begriff „Larven­therapie“ wird die Verwendung von Larven, genauer von Larven der Fliegen­art Lucilia sericata, zur Entfernung von abgestorbenem Gewebe und Belägen von Wund­ober­flächen beschrieben. Aufgrund ihres biologischen Charakters und ihrer Selektivität für totes Gewebe wird diese Therapie auch als Bio­chirurgie oder Grenz­zonen­debridement bezeichnet. Heutzutage wird die Larven­therapie zunehmend als Antwort auf die wachsenden Heraus­forderungen durch multi­resistente, häufig in chronischen Wunden vorkommende Bakterien eingesetzt.

Anwendungsgebiete

  • Debridement (Abtragen von avitalem Gewebe) chronischer und therapie­resistenter Wunden
  • Venöse Geschwüre
  • Diabetische Wunden
  • Dekubitus usw.

Wirkungsweise

Die Larventherapie beruht auf der Wirkung von eiweiß­auflösenden Enzymen (Proteasen), die im Speichel der Larven enthalten sind. Dadurch wird das tote Gewebe verflüssigt und anschließend von den Larven als Nahrung aufgesaugt. Auf Grund klinischer Beobachtungen kann man davon ausgehen, dass nur abgestorbenes Gewebe entfernt und das durch­blutete, gesunde Gewebe nicht beeinträchtigt wird.

Dosierung und Dauer der Anwendung

Es werden 5-10 Wund­therapiemaden pro cm² Wund­oberfläche empfohlen. Es wird generell eine Anwendungs­dauer von 3 -4 Tagen empfohlen. Ist die Wunde nach 3-4 Tagen nicht vollständig sauber, kann die Behandlung mit frischen Wund­therapie­maden wiederholt werden.

Gegenanzeigen

Wundtherapiemaden dürfen nicht auf Wunden mit Blutungs­neigung verwendet werden. Wund­therapie­maden dürfen nicht auf Wunden, die in der Nähe eines frei liegenden, großen Gefäßes liegen, verwendet werden. Wundtherapiemaden dürfen nicht auf Wunden mit unzureichender Durch­blutung verwendet werden. Die Anwendung von Wund­therapie­maden sollte an Wunden, bei denen das Risiko eines Wund­durch­bruchs in Körper­höhlen besteht, nur unter strenger Indikations­stellung und engmaschiger Überwachung erfolgen.

Vorbereiten der Wunden

Reinigung der Wunde mit einer sterilen Spül­lösung. Nach Abtrocknen des Wundrandes erfolgt das Aufbringen geeigneter Adhäsiv­gel­streifen oder einer stark fettenden Salbe auf der gesunden Haut des Wundrandes.

Anwendung der Wundtherapiemaden im Biobag

Der Polyester­beutel mit den Wund­therapiemaden wird nach Öffnen des Röhrchens vorsichtig herausgenommen. Der Beutel wird vorsichtig auf die Wunde platziert und mit luft­durch­lässigen Kompressen bedeckt. Sie dienen der Sekret­aufnahme und sollten bei trockenen Wund­verhältnissen leicht mit steriler Ringer­lösung oder Natrium­chlorid­lösung (0.9%) angefeuchtet werden um ein optimales Milieu für die Larven und die Wund­heilung zu schaffen.

Wechsel­wirkungen/Inter­aktionen

Faktoren, wie eine verringerte Sauerstoff­zufuhr durch zu festen oder falschen Sekundär­verband, Bestrahlungen, Desinfektions­mittel oder zytotoxische Substanzen können eine negative Wirkung auf die Vitalität der Maden haben und daher auch auf das Ergebnis der Behandlung. Eine gleichzeitige Behandlung mit den oben genannten Substanzen muss daher vermieden werden.

Nebenwirkungen

Es sind seltene Fälle von Wund­blutungen bekannt. Es wird daher empfohlen, die Wunde täglich zu überprüfen. Beim Auftreten von Blutungen muss die Behandlung mit Wund­therapie­maden abgebrochen werden. Bei der Behandlung können verstärkte Schmerzen hervortreten. In diesem Fall kann der Patient mit einem Schmerz­mittel behandelt werden.

Larventherapie